Neuchâtel, 04.12.2007 (BFS) - Die Schweiz hat bei PISA 2006 in allen getesteten Bereichen gut abgeschnitten. Der Mittelwert der Jugendlichen in der Schweiz beträgt für das Schwerpunktthema 2006, die Naturwissenschaften, 512 Punkte und ist damit höher als der Durchschnitt der OECD-Staaten von 500 Punkten. Von 57 teilnehmenden Ländern haben deren zwölf signifikant bessere Ergebnisse als die Schweiz erzielt. Die Mittelwerte acht anderer Länder, darunter Deutschland, Österreich und Belgien, unterscheiden sich statistisch nicht von demjenigen der Schweiz. PISA ist ein gemeinsames Programm des Bundes und der Kantone. Die Programmleitung von PISA 2006 liegt beim Bundesamt für Statistik (BFS).
Bern, 4. Dezember 2007. Mit PISA 2006 schliesst sich der erste Zyklus eines mehrjährigen OECD-Programmes. Die Ergebnisse 2006 mit dem Schwerpunkt Naturwissenschaften fallen für die Schweiz positiv aus. Eine erste Gesamt-Bilanz des PISA-Programms 2000-2006 bestätigt zwar die Wichtigkeit, sich im internationalen Vergleich in drei Fachbereichen positionieren zu können, zeigt aber gleichzeitig auch Grenzen auf, über dieses OECD-Programm konkrete und gesicherte Hinweise für die Qualitätsentwicklung im Bildungsbereich erhalten zu können.
Bei den schulischen Leistungen der Neuntklässlerinnen und Neuntklässler zeigen sich signifikante Unterschiede zwischen einzelnen Kantonen. Dies geht aus dem neusten Bericht zu PISA 2003 hervor, einem gemeinsamen Projekt von Bund und Kantonen, dessen nationale Projektleitung durch das Bundesamt für Statistik (BFS) wahrgenommen wird. Wie die Ergebnisse aus 12 Kantonen und Liechtenstein zeigen, ist die Bandbreite der Resultate in allen getesteten Bereichen Mathematik, Lesen, Naturwissenschaften und Problemlösen ähnlich. Kantone, die in der Mathematik überdurchschnittlich abschneiden, tun dies auch in den anderen Disziplinen. Kantone, die in der Mathematik vergleichsweise tiefe Punktzahlen erzielen, liegen auch in den anderen Bereichen im Hintertreffen. Während sich die Leistungen in der Mathematik fast überall auf einem hohen Niveau bewegen, liegt der Schwachpunkt in allen Kantonen in der Lesekompetenz.
Die Schweiz hat in PISA 2003 in Mathematik sehr gut abgeschnitten. Der Mittelwert der schweizerischen Jugendlichen beträgt 527 Punkte, was deutlich mehr ist als der OECD-Durchschnitt von 500 Punkten. Von 40 Ländern haben lediglich deren drei signifikant bessere Ergebnisse als die Schweiz erzielt: Hongkong-China (550 Punkte), Finnland (544 Punkte) und Korea (542 Punkte). Die Schweiz befindet sich in einer Gruppe mit 11 anderen Ländern, deren Mittelwerte sich statistisch nicht von jenem der Schweiz unterscheiden. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit ausgezeichneten Ergebnissen ist in der Schweiz höher als im OECD-Durchschnitt. Der Anteil der Jugendlichen mit sehr schwachen Leistungen ist kleiner als im Mittel der OECD-Länder. Die Ergebnisse der Erhebung 2003 zeigen: In der Mehrheit der OECD-Länder spielen das ökonomische, soziale und kulturelle Umfeld in Familie und Schule eine zentrale Rolle für die Kompetenzen in Mathematik. Hier bewegt sich die Schweiz im internationalen Mittelfeld. PISA ist ein gemeinsames Projekt des Bundes und der Kantone (Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren). Die Projektleitung liegt beim Bundesamt für Statistik (BFS).
Die ersten Resultate von PISA 2000 (Programme for International Student Assessment, OECD) haben gezeigt, dass die Lesekompetenzen der Jugendlichen in der Schweiz im internationalen Vergleich mittelmässig sind. Rund 20% der Schülerinnen und Schüler bekunden am Ende der obligatorischen Schulzeit Mühe, einen ganz einfachen Text zu verstehen und ihn zu interpretieren. Fünf Teams von Forschenden haben die Gründe für schwache Leseleistungen und grosse Leistungsunterschiede untersucht. Als wichtigste Faktoren haben sich die soziale und die kulturelle Herkunft der Jugendlichen herausgestellt. Die Bildungsnähe des Elternhauses und der Berufsstatus der Eltern haben einen entscheidenden Einfluss auf die Lesekompetenzen der Schülerinnen und Schüler. In der Schweiz ist dieser Einfluss besonders hoch. Im Vergleich mit andern Ländern gelingt es den Schulen hierzulande weniger gut, die ungleichen Lernvoraussetzungen der Jugendlichen auszugleichen.
Die Schülerinnen und Schüler in der Schweiz verfügen im internationalen Vergleich über durchschnittliche Lesefähigkeiten. Jede fünfte getestete Person kann am Ende der obligatorischen Schulzeit höchstens einen einfachen Text verstehen und ist somit auf den Einstieg ins Berufsleben schlecht vorbereitet. Ebenfalls durchschnittlich schneiden die Jugendlichen in der Schweiz in den Naturwissenschaften, überdurchschnittlich dagegen in der Mathematik ab. Von unserer Volksschule können nicht alle im gleichen Mass profitieren: Jugendliche aus bildungsfernen Schichten und solche mit mangelnden Kenntnissen in der Unterrichtssprache aus immigrierten Familien haben geringere Chancen, ihr Leistungspotenzial zu nutzen. Dies zeigt das von der OECD (Organisation for Economic Cooperation and Development) lancierte und von zahlreichen Ländern - in der Schweiz von BFS und EDK - durchgeführte Forschungsprojekt PISA (Programme for International Student Assessement).
Im Rahmen des OECD-Projektes PISA wird zur Zeit die Lesekompetenz von rund 16'000 junger Menschen des Jahrgangs 1984 in 300 Schulen aller Schweizer Kantone erfasst. Die Ergebnisse werden im Sommer 2001 verfügbar sein.